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Peter Amann
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› Reisebücher von P. Amann

Der Cilento und die Costa di Maratea


Pisciotta, berühmt auch für seine Oliven © Peter Amann


Langsam spricht es sich herum: Reisen an den Golf von Neapel müssen nicht bei Paestum enden. Das Beste kommt noch! Der Cilento ist ein vom Massentourismus verschont gebliebenes, ursprüngliches Stück Süditalien. Dank des Nationalparks wird er es hoffentlich auch in Zukunft bleiben. Die Küsten- und Berglandschaft des Cilento findet am östlichen Ufer des Golfo di Policastro eine spektakuläre Fortsetzung in der Region Basilikata. Auch hier beste Wander- und Bademöglichkeiten. Ein nahes Ausflugsziel ist der Parco Nazionale del Pollino.

 

HUNDERT TOLLE KÜSTENKILOMETER

Im Süden der Provinz Salerno liegt der Cilento als große Halbinsel zwischen dem Golf von Salerno und dem Golf von Policastro am Tyrrhenischen Meer. Mit über 100 Küstenkilometern muss er landschaftliche Vergleiche mit der weltberühmten Amalfitana nicht scheuen. Endlose Dünenstrände vor Paestum und Agrópoli, familienfreundliche Sandstrände bei Santa Maria di Castellabate, Acciaroli, Marina di Casal Velino, Marina di Ascea, Palinuro und Marina di Camerota sowie aufregend schöne Steilküsten am Capo Palinuro und östlich Marina di Camerota sorgen für Abwechslung. Das Meer ist sauber und kristallklar, ein Traumziel auch für Schnorchler und Taucher. Und das Beste ist: von den italienischen Ferienmonaten Juli und August abgesehen, sind die meisten Strände beinahe menschenleer.

 

OLIVENHÜGEL UND HEILIGE BERGE

Den grünen Kontrast zum türkisblauen Meer bilden Olivenhaine auf terrassierten Hügeln und bewaldete Gebirge. In Ufernähe bilden Aleppo-Pinien lichte Haine, wie z.B. an der Punta Licosa. Die immergrünen duftenden Macchiasträucher behaupten sich auch auf ärmsten Böden, wie an der wilden Costa degli Infreschi, oder erobern aufgelassenes Ackerland zurück. Vermutlich von Griechen im 7. Jh. v. Chr. eingeführt, prägt der Ölbaum bis heute weite Teile der Kulturlandschaft. Eindrucksvoll sind die Olivenhaine um Pisciotta, und Pisciottana heißt die bekannteste Olivensorte des Cilento.

Von der Küste kommt man schnell in den Bereich der sommergrünen Eichen-, Hainbuchen- und Esskastanienwälder. Über 1000 m Höhe schließt sich meist ein schmaler Gürtel neapolitanischer Erlen, gefolgt von ausgedehnten Buchenwäldern. Oberhalb der Baumgrenze breiten sich blumenübersäte Almwiesen aus. Diese Mischung aus typischer Mittelmeervegetation mit mitteleuropäischen Anklängen ist besonders reizvoll. Dem Waldreichtum verdankt der Cilento seinen Reichtum an Flüssen und macht ihn zum natürlichen Trinkwasserreservoir für Kampanien. In den Oberläufen von Alento, Bussento, Calore, Lambro, Mingardo, Sele und Tanagro lebt mehr als die Hälfte der scheuen italienischen Flussotter-Population. Auch Apenninen-Wölfe haben sich in diesem Naturparadies ein Refugium bewahrt.

Wie der Monte della Stella ist auch der Monte Gelbison (Monte Sacro) seit Urzeiten ein heiliger Berg. Auf dem Monte Cervati, mit 1899 m der höchste Gipfel des Cilento und der Region Kampanien, wird ebenfalls die Madonna verehrt. Trotz geringer Höhe ist auch der Monte Bulgheria dank seiner exponierten Lage über dem Golf von Policastro ein herrlicher Aussichtsberg. Im nordöstlichen Cilento erheben sich bis zu 1742 m hoch die Monti Alburni über Sele-Ebene, Calore-Tal und Vallo di Diano. Karsterscheinungen prägen den dolomitischen Gebirgszug, zu den spektakulärsten zählen die Tropfsteinhöhlen von Pertosa und Castelcívita. Zwischen den Bergen des Cilento und dem lukanischen Apennin erstreckt sich als Hochtal das Vallo di Diano, seit alters her eine natürliche Transitstrecke. Der römischen Via Popilia, die bis Reghion (Reggio di Calabria) an die Spitze des italienischen Stiefels führte, folgt heute die A 3.

 

» mehr zum Cilento
» Karte des Cilento

 

 

 




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