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| Paestum, Grab des Tauchers © Peter Amann |

Große Geschichte schrieben die Griechen ab dem 7. Jh. v. Chr. mit der Gründung von Poseidonia, dem später lukanischen, dann römischen Paestum. An der Mündung des Sele berührten sich damals die etruskische und die griechische Welt. Mitte des 6. Jh. v. Chr. gründeten Griechen aus Kleinasien die Stadt Elea. Ihre Philosophen- und Ärzteschule erlangte große Bedeutung und lebte im Mittelalter in der Medizinschule von Salerno fort. Die dorischen Tempel von Paestum und das antike Velia wurden, wie auch die Kartause von Padula im Vallo di Diano, von der UNESCO zum Welterbe erklärt. In den unsicheren Zeiten der Spätantike wurden die Küstenstädte verlassen und es entstanden die zahlreichen mittelalterlichen Städtchen im Landesinneren. Ende des 19. Jh. erfasste auch den Cilento das Auswanderungsfieber, viele suchten ein besseres Leben in Amerika. In den 1950er Jahren wanderten viele nach Deutschland aus. Inzwischen sind viele Emigranten, in einigen Fällen auch die Enkel und Kinder der Emigranten zurück gekehrt. Sie sehen eine neue Hoffnung im Tourismus.
Ein Nationalpark für Menschen – sanfter Tourismus mit UNESCO-Prädikat
Seit 1991 existiert der Parco Nazionale del Cilento e Vallo di Diano, mit über 180.000 ha der zweitgrößte Nationalpark Italiens. Im Mittelmeerraum findet man nur selten soviel landschaftlich-kulturellen Reichtum und eine solche biologische Vielfalt konzentriert. Das hat auch die UNESCO erkannt, die den Cilento 1997 in die Liste der Biosphärenreservate und ein Jahr später in die Liste des Welterbes aufgenommen hat. Das UNESCO-Programm Man and Biosphere (MaB) strebt an, eine dauerhaft umweltgerechte Entwicklung und Verbesserung der ökonomisch-sozialen Lebensbedingungen der Menschen mit der langfristigen Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen in Einklang zu bringen. Diese Ziele unterschreiben auch wir. Wer Ruhe, intakte Natur und eine noch unverfälschte Gastfreundschaft sucht, ist im Cilento richtig. Die Bevölkerung stand dem Nationalpark anfänglich kritisch gegenüber, viele fürchteten die Gängelung durch die Bürokratie (nicht zu Unrecht!) und wirtschaftliche Einbußen. Inzwischen zeigt sich, dass biologische Landwirtschaft und umweltverträglicher Tourismus eine Zukunftsperspektive sind.
Bäuerlicher Reichtum
In zahlreichen Bergdörfern und auch in einigen der malerischen Hafenstädtchen ist die Zeit zwar nicht stehen geblieben, doch verläuft sie hier langsamer als anderswo. Der große Reichtum des Cilento ist die intakte Natur und die natürliche Gastfreundschaft seiner Bewohner. Den Cilento, uraltes Kulturland zwischen Bergen und Meer, lernt man nicht zuletzt durch seine Küche kennen. Was heute als „mediterrane Diät“ in aller Munde ist, wurde übrigens 1954 zum ersten Mal vom amerikanischen Ernährungswissenschaftler Ancel Keys im Cilento untersucht. Der Cilento, seit jeher bekannt für gutes Olivenöl, macht seit einigen Jahren auch durch seine Weine von sich reden.
Aktiv-Urlaub oder einfach auch nur Faul sein am Strand
Der Cilento ist ein Eldorado für Wassersportler. Surfer und Taucher sind hier in ihrem Element. Endlose kinderfreundliche Sandstrände und verschwiegene Kiesbuchten, die nur zu Fuß oder mit dem Boot zu erreichen sind – jeder findet hier seinen Lieblingsstrand. Neben der Badehose gehören unbedingt auch die Wanderschuhe ins Gepäck! Auf schönen alten Wirtschaftswegen, von leicht bis anspruchsvoll, ist der ganze landschaftliche Reichtum des Nationalparks zu erleben. Verkehrsarme gut asphaltierte Straßen laden zu ausgedehnten Radtouren ein. Der Cilento bietet auch Reitern ein besonderes Landschaftserlebnis, der Calore ist ein reizvolles Revier für Kajakfahrer. Sogar aus Vogelperspektive ist der Cilento zu entdecken: Capáccio Vecchio ist eine der Top-Locations für Drachen- und Gleitschirmflieger in Süditalien. Kurz, der Cilento ist ein rundum ideales Urlaubsziel für die ganze Familie!
Costa di Maratea - das beste Stück Basilikata
Die Küsten- und Berglandschaft des Cilento findet am östlichen Ufer des Golfo di Policastro eine spektakuläre Fortsetzung in der Region Basilikata. Auch hier beste Wander- und Bademöglichkeiten. Ein nahes Ausflugsziel ist der Parco Nazionale del Pollino.
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